Borreliosetherapie

Da die Häufigkeit der Borreliose in letzter Zeit stark zugenommen hat, wächst das Interesse an der zielgerichteten Diagnostik und Therapie. Derzeit gibt es dazu zusammenfassend aus meiner Sicht folgenden Stand der Dinge:

Es ist unstrittig, dass eine einmal eingetretene Infektion zur Bildung von Antikörpern (AK) der Klasse M und später der Klasse G führt. Die Häufigkeit der Infektion tritt in Abhängigkeit vom Alter und vom Zustand des Immunsystems auf. Der Nachweis der IgM-AK führt zusammen mit der Klinik (Erythema migrans, Grippesymptome) zur Entscheidung für eine Antibiose (z. B. Doxycyklin 200 tgl. 1 für 3-4 Wochen). Eine nicht unmittelbar nach der frischen Infektion durchgeführte Antibiose kann folgende Entwicklung nehmen:

  1. Die Infektion heilt spontan aus
  2. In Abhängigkeit von der Funktion des Immunsystems erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der generalisierten Verbreitung der Borrelien (z. B. in weniger intensiv durchbluteten Körperarealen, z. B. Gelenkknorpel Sehnengewebe) und zunehmend in die Körperzellen.

Darüber hinaus können Borrelien Abwehrmechanismen (Zysten und Schleimbildung) entwickeln.

Das hat Konsequenzen für die Therapie (siehe dort). Infolge der weiteren Verbreitung der Borrelien im Organismus können alle Organe befallen werden. Am häufigsten sind dies:

  • Gelenke (Knorpel!)
  • Nervensystem (Nervenlähmung, Nervenentzündung Wirbelsäule/Bein, unspezifische Verhaltensveränderungen)
  • Haut-und Unterhautveränderungen
  • Herzentzündungen, Herzrhythmusstörungen

Es werden zunehmend Therapien angeboten, die folgende Ziele haben:

  1. Konfrontation der Borrelien mit einer sauerstoffreichen Umgebung (Borrelien bevorzugen Sauerstoffarmut). Diese Phasen werden durch kurzzeitige Einatmung von sauerstoffarmer Luft unterbrochen. Dadurch reagieren die Borrelien bei der nachfolgenden Sauerstofftherapie empfindlicher.
  2. Therapie mit hohen Dosen Vitamin C,Darunter sterben die Borrelien leichter ab.
  3. Stimulation des Immunsystems,Entschlackung und Stoffwechseloptimierung. Hierunter fallen z. B. Therapien, die Auswirkung auf die zelluläre Energieproduktion, den Informationstransfer zwischen den Zellen und die Ausscheidungsfunktion haben.

Therapieumsetzung:

  1. Erstvorstellung: Hier erfolgt ein ausführliches Aufnahmegespräch sowie eine allgemeine Untersuchung. Darüber hinaus werden bisherige Untersuchungsergebnisse und durchgeführte Therapien besprochen.
  2. Sofern noch nicht vorliegend empfehlen wir ergänzende Laboruntersuchungen, die den aktuellen Grad der immunologischen Auseinandersetzung mit Borrelien dokumentieren.
  3. Bei Bestätigung einer chronischen Borreliose werden u. a. folgende Therapien empfohlen:
    • Nach festgelegtem Protokoll atmet der Patient im Wechsel sauerstoffreiche und sauerstoffarme Luft ein (IHHT)
    • parallel dazu erhält der Patient Infusionen mit hoch dosiertem Vitamin C
    • in Abhängigkeit von begleitenden Erkrankungen und den Ergebnissen von Laboruntersuchungen sowie sonstigen Testungen werden ganzheitlich orientierte Therapien zusätzlich angeboten.
      Achtung: Mit zunehmender Generalisierung der Borrelien (s. o.) haben Antibiotika eine zunehmend schlechtere bis fehlende Wirkung! Darüber hinaus steigt das Risiko der Schädigung der Energiekraftwerke der Zelle (Mitochondrien). Rezidive werden zunehmend wahrscheinlicher!
  4. Verlauf: IHHT und Infusionen empfehlen wir – bei Rückgang der Symptomatik schon nach den ersten Sitzungen – insgesamt 10x. Das weitere Vorgehen wird danach beschwerdeabhängig angepasst.